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Kastration

 

An Es hat sich zwar eingebürgert, beim Kater vom „Kastrieren„ und bei der Katze vom „Sterilisieren„ zu sprechen, aber tatsächlich ist der bei beiden Geschlechtern durchgeführte Eingriff eine Kastration, d.h. die operative Entfernung der Hoden bzw. der Eierstöcke. Eine Sterilisation wird nur auf ausdrücklichen Wunsch des Katzenbesitzers ausgeführt, da Kater und Katze hier nur durch die Durchtrennung der Samen- bzw. Eileiter unfruchtbar gemacht werden, ihr Geschlechtstrieb jedoch bleibt.


Warum kastrieren?

So manch frischgebackener Katzenbesitzer fühlt sich bei dem Gedanken recht unwohl, sein Kätzchen später einmal kastrieren zu lassen. Man will „nicht in die Natur eingreifen„ oder möchte seinem Vierbeiner „den Spaß nicht verderben„. Die Natur ist aber nur auf die Arterhaltung ausgerichtet und kümmert sich nicht darum, ob den Tieren das Fortpflanzungsritual Spaß macht oder nicht. Egal ob Katze oder Kater, für beide bedeutet das Geschlechtsleben vor allem Stress! Und auch für den Besitzer ist die Haltung eines potenten Tieres nicht immer angenehm.

Etwa ab dem 9. – 10. Monat, manchmal aber auch schon wesentlich früher, werden Katze und Kater geschlechtsreif. Bei Katern macht sich das durch nächtliche „Gesänge„ und das Markieren an Wänden, Möbeln und Teppichen bemerkbar. Unkastrierte Kater können launisch oder depressiv werden, wenn sie keine Möglichkeit zum Decken haben. Freigänger überwinden auf der Suche nach einer Katzendame oft große Entfernungen und sind dabei besonders gefährdet, überfahren zu werden oder auf sonstige Art zu verschwinden. Die manchmal monatelange Abwesenheit oder das dauerhafte Verschwinden eines unkastrierten Katers kann aber auch daran liegen, dass besonders jüngere Tiere die ständigen Auseinandersetzungen mit einem überlegenen Kater scheuen und sich deshalb entscheiden, aus dem umkämpften Gebiet „auszuwandern„. Revier- und Konkurrenzkämpfe mit anderen Katern sind auch gesundheitsgefährdend: zerrissene Ohren, ein zerkratztes Auge oder Abszesse unter der Haut, die sich durch Krallenhiebe oder Bisse des Gegners bilden, verursachen hohe Tierarztkosten. Ganz zu schweigen von lebensbedrohlichen Krankheiten wie Leukose oder FIV (Felines Immunschwäche-Virus), die beim direkten Kontakt mit fremden Katzen übertragen werden können.

Die Paarungsbereitschaft der Katze nennt man „Rolligkeit„. Typische Rolligkeitsmerkmale: die Katze hat eine zeitweise erhöhte Temperatur, sie presst sich flach an den Boden, streckt ihr Hinterteil in die Höhe, mit einem seitlich gestellten Schwanz. Zwischendurch stößt sie gurrende bis röhrende Klagelaute aus, wälzt/rollt sich wie wild auf dem Boden, frisst kaum oder nichts. Jede Rolligkeit ist für die Katze Stress, was auch in dieser Zeit Auswirkungen auf das Immunsystem haben kann (Schwäche der Abwehrkräfte). Da rollige Katzen kaum Futter aufnehmen oder bei sich behalten, ist in dieser Zeit eine deutliche Gewichtsabnahme nicht ungewöhnlich.

Die Rolligkeit dauert ca. 3-10 Tage. Eine Katze wird normalerweise 2-3 Mal pro Jahr rollig, wenn sie nicht gedeckt wird, auch öfter bis hin zur Dauerrolligkeit.
D.h. die Rolligkeitssymptome hören nicht mehr auf, oder eine Rolligkeit folgt der nächsten, mit nur einer kleinen Pause dazwischen. Die ständigen Hormonschwankungen können zu einer lebensgefährlichen eitrigen Gebärmutterentzündung (Pyometra) oder anderen Gesundheitsproblemen führen. Zudem sind unkastrierte Katzen auch für Krebserkrankungen, besonders in der Gesäugeleiste, anfällig.

Mit der Verabreichung von Hormonen kann man zwar versuchen, sowohl Katze als auch Kater „ruhig zu stellen„. Bei der Katze schlägt das Mittel normalerweise an, wobei Hormone bei Katern nur selten die gewünschte Wirkung zeigen. Außerdem kann die Eingabe von Hormonen bei beiden Geschlechtern verschiedene Krankheiten auslösen (z. B. Krebs, Diabetes, bei der Kätzin auch Gebärmutterentzündung), daher ist diese Hormonbehandlung nur in Ausnahmefällen empfehlenswert.

Aber nicht nur gesundheitliche Gründe sind ausschlaggebend, angesichts der überquellenden Tierheime ist es verantwortungslos unkastrierte Tiere frei laufen zu lassen. So hat man ausgerechnet, dass ein einziges Paar Katzen, welches pro Jahr in drei Würfen etwa 14 Kätzchen zur Welt bringt, in nur fünf Jahren 65.536 Nachkommen haben kann. Nun kann man auch verstehen, dass nicht alle diese Katzen ein gutes Zuhause bekommen. Sie streunen herum, sind krank und unterernährt, werden überfahren, erschossen oder landen in Versuchsanstalten.
Diesem Katzenelend muss durch Geburtenkontrolle ein Ende gesetzt werden. Wer aber unbedingt eine Katzengeburt erleben möchte und gleichzeitig etwas Gutes tun will, sollte sich beim örtlichen Tierschutz umsehen. Vielleicht ist es möglich, dort eine trächtige Katze auf Lebenszeit zu adoptieren, die Jungtiere aufzuziehen und in Zusammenarbeit mit dem Tierheim im richtigen Abgabealter einen guten Platz für sie zu finden. Manche Tierheime sind aber auch schon froh, wenn sich eine zeitweise Pflegestelle für die Katzen bietet, wenigstens so lange, bis sie in ein endgültiges Zuhause vermittelt werden können.



In welchem Alter kann eine Katze/ein Kater kastriert werden?

Eine Kastration kann bedenkenlos ab dem 6. Lebensmonat vorgenommen werden, vorausgesetzt das Tier ist gesund und körperlich entsprechend entwickelt. Man hat herausgefunden, dass eine Kastration vor Eintritt der Geschlechtsreife dazu beitragen kann, bei weiblichen Tieren spätere Krebserkrankungen zu vermeiden. Und Kater, die kastriert wurden, bevor sie hormonbedingt zu markieren begannen, hatten auch später keine Probleme damit. Je länger ein Kater markieren „darf„, desto größer ist die Gefahr, dass er auch nach der Kastration nicht mehr damit aufhört.  
Was das Höchstalter für eine Kastration angeht, so gibt es keine bestimmte Grenze. Ein Eingriff bei einem älteren Tier stellt in der Regel kein Problem dar, solange es vor der Kastration gründlich vom Tierarzt durchgecheckt und für operationsfähig erklärt wurde.



Ist die Kastration gefährlich, gibt es negative Auswirkungen?

Eine Kastration gehört zwar zu den Routineoperationen, aber wie bei jedem Eingriff besteht doch immer ein gewisses Operationsrisiko, das sich vor allem auf unvorhersehbare Narkosenebenwirkungen und Nachblutungen bezieht. Um schon im Vorfeld alle vermeidbaren Risiken auszuschließen, werden bei der Katze deshalb alle nötigen Untersuchungen (Überprüfung der Herztätigkeit, etc.) durchgeführt.

Akut rollige Katzen sollten nur in Ausnahmefällen kastriert werden, da bei einer Rolligkeit das Operationsrisiko um ein Vielfaches höher ist, weil das Gewebe in dieser Zeit stärker durchblutet ist. Nach einer Wartezeit von ca. 1 Woche bis 10 Tagen nach den letzten Rolligkeitssymptomen kann die Katze problemlos operiert werden.

Einige Katzenbesitzer befürchten, ihr Tier könnte nach der Kastration fett und faul werden. Tatsächlich legen die einen oder anderen Katzen und Kater nach dem Eingriff an Gewicht zu, besonders wenn es sich um ein reines Wohnungstier handelt. Deshalb sollte man sich über die ideale Fütterung nach einer Kastration beim Tierarzt informieren.

Zuweilen wird eine Kastration auch aus Angst vor möglichen Charakterveränderungen der Katze hinausgezögert. Nach der Kastration kann zwar häufig eine Änderung des Verhaltens beobachtet werden, allerdings deutlich hin zum Positiven. Die meisten kastrierten Katzen sind noch viel anhänglicher, verschmuster, ausgeglichener und verträglicher als vorher.



Operationsvorbereitung und Nachsorge

Wenn der Kastrationstermin ausgemacht wird, bekommt der Katzenbesitzer noch einige Anweisungen wie z. B. dass das Tier etwa 8-12 Stunden vor dem Eingriff nichts mehr fressen darf. Sobald die Narkose zu wirken beginnt und sich der Körper entspannt, löst ein voller Magen häufig Erbrechen aus. Die Schutzreflexe, die im Wachzustand vor dem Verschlucken der Nahrung in die Lunge schützen, sind in der Narkose jedoch ausgeschaltet und es kann gefährlich werden, wenn der Mageninhalt, insbesondere der saure Magensaft, in die Lunge gelangt. Im schlimmsten Fall entstehen irreparable Schäden, die sogar zum Tod führen können.

Inklusive Narkose dauert die Kastration bei der Katze etwa 1 Stunde, der Eingriff beim Kater ist dagegen erheblich schneller, d.h. nach ca. 20 Minuten, erledigt. In der Regel bleiben die frisch operierten Patienten so lange in der Tierarztpraxis, bis sie von der Narkose aufwachen. Bei einem Operationstermin am Morgen kann man seine Katze normalerweise am Nachmittag wieder abholen. Bis dahin wird der Tierarzt mehrfach überprüfen, wie es der Katze/dem Kater geht und kann bei Problemen sofort reagieren.

Um die weiblichen Tiere am Schlecken und Knabbern zuhindern bekommt die Katze einen Kunststoff-Halskragen vom Tierarzt angelegt.

Kater und Katzen erholen sich sehr schnell von dieser Operation. Nach ca. 8-10 Tagen können bei den weiblichen Tieren die Fäden gezogen werden, beim Kater ist ein Fädenziehen nicht nötig. Schon bald ist das Fell nachgewachsen und der Eingriff vergessen.



Die Kastration der Katze

Nachdem die Katze gewogen und ein entsprechend dem Körpergewicht dosiertes Narkosemittel verabreicht wurde, wird sie nach dem Einschlafen auf den Rücken gelegt und an den Beinen fixiert. Der Bauch wird rasiert, desinfiziert und mit einem sterilen OP-Tuch abgedeckt. Mit dem Skalpell wird vom Nabel aus ein 1 - 2 cm langer Schnitt entlang der hellen Linie in der Bauchdecken-Mitte vorgenommen. Der erste Eierstock wird mit dem sog. Kastrationshaken herausgezogen und unten abgeklemmt. Das untere Ende des Eierstocks wird abgebunden und abgeschnitten. Danach wird der Eierstock auch an der anderen Seite abgeklemmt, abgebunden und abgeschnitten. Die gleiche Prozedur beim zweiten Eierstock, die abgebundenen Schnittenden gleiten zurück in den Bauchraum. Erst wird die Bauchdecke, dann die Unterhaut mit einem selbstauflösenden Faden zusammengenäht, anschließend die Oberhaut.


Die Kastration des Katers

Auch dem Kater wird zunächst ein dem Körpergewicht entsprechendes dosiertes Narkosemittel verabreicht. Nach der Betäubung wird er auf den Rücken gelegt und an den Beinen fixiert. Das Fell auf den Hodensäckchen wird entfernt, der OPBereich desinfiziert. Mit einem kleinen Schnitt wird der Hodensack geöffnet. Der Hoden wird herausgezogen, am Samenleiter abgeklemmt und fest abgebunden, danach abgeschnitten. Das abgebundene Schnittende gleitet in den nun leeren Hodensack. Auf die Schnittstelle wird ein Antibiotikum gegeben - fertig!
Es ist kein weiteres Vernähen nötig, die kleinen Hautschnitte an den Hodensäckchen heilen in den nächsten Tagen von selbst zu.


 

Jeder seriöse Züchter wird nach einer gewissen Zeit auch auf einen Kastrationsnachweis des abgegebenen Kittens bestehen. Meist ist dies auch vertraglich festgehalten. Dies dient allerdings nicht dazu, den neuen Besitzer einzuschränken und kontrollieren zu können, sondern es geht dabei ausschließich um das Wohl des Tieres.

 

Auch reine Wohnungskatzen, bei denen keine ungewollte Schwangeschaft zu befürchten ist, werden irgendwann geschlechtsreif und machen die o.g. Dinge durch. Und wenn es nicht unbedingt notwendig ist, sollte man es ihnen definitiv ersparen.

 

Bei manchen Katzenbesitzern und auch bei manchen Tierärzten hält sich nach wie vor das Vorurteil, dass eine Katze vor einer Kastration doch wenigsten ein mal Nachwuchs gehabt haben sollte. Das ist völliger Blödsinn! Bitte geben Sie auf solche Argemente nichts!

 

Für Katzen ist der Geschlechtsakt keineswegs eine Freude oder etwas romantisches - im Gegenteil. Kater haben Widerhaken am Penis und nur durch diese kann bei der Katze der Eisprung ausgelöst werden. Ohne diese Widerhaken gibt es also auch keinen Nachwuchs.

 

Anbei mal ein Link zu einem Youtube-Video, welches gut zeigt, wie "schön" der Geschlechtsakt für Katzen ist:  * klick mich an *

 

Daher sollte Katzenbesitzer, der nicht züchten möchte, sollte seine Katze / Kater unbedingt kastrieren lassen.