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FIP

(Übertragbare Bauchfellentzündung)

 

Die Übertragbare Bauchfellentzündung der Katzen heißt in der Fachsprache Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) und wird von einem Coronavirus verursacht.

 

Die Übertragung dieses Coronavirus kann sowohl schon bei der Trächtigkeit als auch später erfolgen. Meist erfolgt die Ansteckung jedoch über Speichel (Futter- und Wassernäpfe), Kot und Urin. 

Man unterscheidet zwei Krankheitsformen, die sich allerdings nicht immer scharf voneinander trennen lassen: Eine "feuchte" (exsudative) und eine "trockene" (granulomatöse) Form. Den mehr oder weniger typischen Krankheitserscheinungen gehen häufig atypische Symptome wie

- Mattigkeit
- Appetitlosigkeit
- Abmagerung

voraus. Typisch für die "nasse" Form ist eine Zunahme des Bauchumfanges aufgrund entzündlicher Prozesse mit Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle. Bei der  "trockenen" Form können zahlreiche innere Organe betroffen sein. Die Tiere zeigen häufig Fieber, Abmagerung und Schwäche. Die Symptome können, je nachdem welche Organe betroffen sind, sehr vielfältig sein. Die Diagnosestellung beruht auf dem Krankheitsbild und der Erfahrung des Tierarztes. Allerdings bereitet besonders die Diagnose der "trockenen" Form häufig Schwierigkeiten.

 

Die Krankheit kann sich über Wochen und Monate hinziehen, endet aber fast immer tödlich. Eine Schutzimpfung ist möglich. Der Impfstoff gegen FIP muss zweimal im Abstand von 3 Wochen in die Nase eingegeben werden. Die Impfung kann ab der 16. Lebenswoche durchgeführt werden. Diese Impfung bietet jedoch keinen sicheren Schutz.


HINWEIS:


Die oben erwähnten Coronaviren liegen bei ca. 90 - 100 % der weltweiten Katzenpopulation (auch Groß- und Wildkatzen) vor! Die Infektion mit Coronaviren bedeutet aber nicht, dass eine Katze zwangsläufig auch an FIP erkranken wird.

 

Die Coronaviren an sich sind grundsätzlich für die Katzen "harmlos". Eine Infektion verläuft meist unbemerkt, manchmal mit minimalen Schnupfensymptomen und / oder kurzzeitigem Durchfall.

Hat sich der Körper mit den Coronaviren infiziert, so beginnt dieser Antikörper zu bilden. In den meisten Fällen (ca. 90 %) geht dies unbemerkt und problemlos von statten und die Katze hat keinerlei Probleme mehr zu erwarten.

Bei ca. 10 % der Katzen, die eine Coronavirus-Infektion durchgemacht haben, mutiert dieser Virus jedoch zum gefürchteten FIP. Trotz intensiver Forschung konnte bisher leider nicht geklärt werden, warum und unter welchen Voraussetzungen die Coronaviren tatsächlich zu FIP mutieren. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass erhöhter Stress und andere Erkrankungen, die das Immunsystem der Katze schwächen, Grund für die auftretende Mutation ist.

 

FIP tritt meist bei jungen Katzen (4 Monate bis 1 Jahr) und bei älteren Tieren (über 8 Jahre) auf, da deren Immunsystem meist nicht das "beste" ist. Erwachsene Katzen erkranken - warum auch immer - fast nie an FIP.

Es wird auch sehr viel über die inzwischen möglichen "FIP-Tests" diskutiert, welche jedoch gar keine FIP-Tests sind! Diese sind Test für Coronaviren-Antikörper, sprich für die "harmlosen" Viren.

Dabei wird lediglich der Antikörper-Wert (Titer) im Blut bestimmt, welcher aussagt, ob eine Katze mit Coronaviren in Kontakt gekommen ist oder nicht. Auch die Höhe des ermittelten Titers hat leider keine wirkliche Aussagekraft zum Thema FIP.

 

Ein niedriger Titer (1:25 - 1:100) sagt lediglich, dass die Katze irgendwann mal Kontakt mit Coronaviren hatte und erfolgreich Antikörper gebildet hat. Mittlere Titer (1:200 - 1:400) können darauf hindeuten, dass die Katze vor kurzem Kontakt zu den Coronaviren hatte und eben auch erfolgreich Antikörper gebildet hat. Hohe Titer (ab 1:800) hingegen geben keinerlei aussagekräftige Auskunft, darüber ob eine Katze gerade dabei ist, FIP zu entwickeln oder ob sie gerade eine Coronaviren-Infektion durchmacht. Bei hohen Titern empfiehlt sich daher nicht in Panik auszubrechen, sondern ggf. einen 2. Test nach 6-8 Wochen zu machen, um zu sehen, in wie weit sich der Titer verändert.

 

Zudem muss man auch bedenken, dass der Titer-Wert durch Stress, andere Erkrankungen / Infektionen beeinflusst wird. Allein eine Zahnfleischentzündung oder eine längere Fahrt zum Tierarzt kann den Wert daher erhöhen, ohne das es einen konkreten Grund zur Sorge gibt.

Wenn Sie bei Ihrer Katze z.B. heute den FIP-Titer bestimmen lassen, kann er hoch sein. Bei einem 2. Test in 4 Wochen, 5 Wochen oder in 6 Wochen kann er jedoch wieder absolut normal bzw. niedrig sein.

 

Hat eine Katze eine Coronaviren-Infektion durchgemacht und erfolgreich Antikörper gebildet, so kann diese problemlos alt werden, ohne das zwangsläufig auch wirklich FIP ausbricht. Ein Restrisiko bleibt jedoch immer. Eine erneute Infektion einer Katze, die bereits Kontakt zu Coronaviren hatte, ist aufgrund der gebildeten Antikörper unwahrscheinlich. Demzufolge ist zu sagen, dass es nie eine Sicherheit gibt, die einen Ausbruch von FIP verhindert. Zumindest bis jetzt noch nicht.

 

Jeder Katzenbesitzer sollte sich daher seine eigene Meinung zum Thema FIP bilden, sich aber nicht unnötig verrückt machen. FIP ist leider eine Erkrankung, die niemand verhindern oder ausschleißen kann.